Die fachgerechte Verlegung großformatiger Betonplatten entscheidet maßgeblich darüber, ob eine Flächenbefestigung Jahrzehnte hält oder bereits nach wenigen Jahren Schäden zeigt. Unsere stelcon® Großflächenplatten sind für hohe Belastungen konzipiert – Industrieflächen, Umschlagplätze, Werksgelände oder Verkehrsflächen mit Schwerlastverkehr. Damit dieses Potenzial voll ausgeschöpft wird, kommt es auf jeden Arbeitsschritt an: von der Bemessung des Unterbaus über die Verlegetechnik bis zur laufenden Wartung. Dieser Beitrag richtet sich an alle, die eine Fläche mit stelcon® Platten planen oder ausführen: Planungsbüros, Architekten, Tiefbauunternehmen und Bauherren. Die technischen Werte in diesem Beitrag orientieren sich an unserem Merkblatt zur Verlegung von unserem stelcon® Klassiker GROUND ULTRA und sind exemplarisch zu verstehen – für andere Produkte und Formate gelten die jeweiligen produktspezifischen Verlegeanleitungen, die wir gerne auf Anfrage zur Verfügung stellen.
stelcon® Betongroßflächenplatten gelten als Stand der Technik außerhalb der DIN EN 1338 „Pflastersteine aus Beton – Anforderungen und Prüfverfahren“ – da beide Systeme in Größe, Format und Gewicht deutlich vom klassischen Pflaster abweichen. Das gilt gleichermaßen gegenüber den anerkannten Regeln der Technik für den Straßenbau – etwa der RStO, der ZTV Pflaster-StB oder dem Merkblatt für Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen. Daraus ergeben sich wesentliche Unterschiede in der Funktionsweise der Fläche. Vorgaben aus diesen Quellen lassen sich deshalb nur teilweise oder in modifizierter Form übertragen.
Für die Praxis bedeutet das: Bei allen gestalterischen Aspekten müssen die technischen Notwendigkeiten der stelcon® Bauweise berücksichtigt werden. Die Bauplanung ist zudem stets an die örtlichen Gegebenheiten und den jeweils gültigen Stand der Technik anzupassen – dieser Beitrag entbindet nicht von dieser Verpflichtung.
Voraussetzung für die Verlegung ist ein bauseits nach den Regeln der Technik gut verdichteter, tragfähiger Baugrund mit einem Verformungsmodul Ev2 ≥ 45 MN/m². Ist der Baugrund nicht einwandfrei verdichtet, können nachträglich Setzungserscheinungen auftreten, die eine Nachregulierung erforderlich machen oder die Tragfähigkeit der Platten beeinträchtigen.
Der Gesamtaufbau wird in ungebundener Bauweise ausgeführt und setzt sich aus vier Schichten zusammen: Frostschutzschicht, Tragschicht, Bettung und Platte. Für Verkehrsflächen empfiehlt sich – von unten nach oben – folgender Aufbau:
Nach der lagenweisen Verdichtung der oberen, rund 25 bis 40 cm dicken Schicht – etwa mit einem Rüttelgerät ab Baugröße AT 2000 – ist bauseits ein Ev2-Wert von mindestens 120 MN/m² bei 25 kN Radlast und einer Proctordichte von mindestens 98 bis 103 % nachzuweisen. Bei höheren Radlasten steigt die Anforderung: Bis zu einer Radlast von 165 kN/m² kann ein Ev2-Wert von mindestens 180 MN/m² nachzuweisen sein. Welcher Ev2-Wert für welche Radlast konkret gilt, ist der jeweiligen Unterbauempfehlung zu entnehmen. Zwei weitere Punkte sind bei der Tragschicht zu beachten: Erstens muss auf eine genügende Entwässerung geachtet werden, damit sich keine Staunässe bildet. Zweitens ergibt sich die Planungshöhe der Tragschicht rechnerisch aus der Oberkante des Bodenbelags abzüglich der Dicke der stelcon®-Platte und abzüglich der 3 bis 5 cm starken Bettung.
Für die Bettung in einer Dicke von 3 bis 5 cm ist ein Hartgestein-Edelsplitt der Körnung 2/5 mm zu verwenden, bei entsprechend geeignetem Unterbau alternativ Kiessand 2/8 mm. Das Material sollte doppelt gebrochen sein und eine annähernd kubische Kornform aufweisen – plattige beziehungsweise schiefrige Körnungen sind zu vermeiden. In jedem Fall muss das Gestein einen hohen Widerstand gegen Kornzertrümmerung besitzen. Wichtig für die Funktion der Fugen: Bettungs- und Fugenmaterial müssen stets die gleiche Korngröße besitzen, damit das Fugenmaterial nicht in die Bettung einrieselt. Für die Ebenheit der Bettung gilt: Sie muss mindestens DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 2 entsprechen. Wir empfehlen den bahnenweisen Einbau des Feinplanums, um eine höhengleiche Verlegung der Platten sicherzustellen.
Die Verlegung erfolgt in der Regel nach einer Verlegeübersicht, die der Verlegefirma von Bauherrenseite zur Verfügung gestellt werden sollte. Auf Anfrage kann bei stelcon zusätzlich eine kostenpflichtige Montageskizze beauftragt werden. Als Verlegegerät eignen sich Hubstapler und Radlader, die zweckmäßig mit einer Traverse zum Aufhängen der Hubschlüssel versehen werden. Wichtiger Sicherheitshinweis: Die Hublöcher mit den dazugehörigen Hubschlüsseln sind keine Anschlagmittel, sondern ausschließlich als Verlegehilfe zur bodennahen Verwendung vorgesehen. Für den Transport über längere Strecken und Höhen müssen die Platten anderweitig gesichert werden, zum Beispiel in Schlaufen gebunden. Anschlagmittel sind stets auf ihren bestimmungsgemäßen Umgang zu prüfen – die Verwendung eines reinen Kettengehänges ist beispielsweise nicht zulässig.
Die einzelnen Platten werden in horizontaler Lage auf die vorbereitete Bettung abgesetzt. Dabei ist ein Verlegeabstand von 5 bis 12 mm vorgesehen, gemessen am äußersten Rand der Betonplattenflanke. Wir empfehlen dafür die Verwendung geeigneter Verlegeanschläge beziehungsweise Abstandhalter. Je nach Kombination aus Standard- und Passplatten (Fugenausbildung „F“) ergeben sich unterschiedliche Mindestverlegeabstände – von 5 mm zwischen zwei Standardplatten bis zu 12 mm bei bestimmten Passplattenkombinationen. Die genaue Zuordnung ist der produktspezifischen Verlegezeichnung zu entnehmen. Ein nachträgliches Ausrichten oder Verschieben der Platten ist ausschließlich mit einem breitflächigen Schubspaten vorzunehmen. Brechstangen, Keile oder ähnliche Werkzeuge dürfen für Ausrichtarbeiten auf keinen Fall eingesetzt werden, da es sonst zu Kantenabplatzungen kommt.
Grundsätzlich gilt: Fugen gehören zum Bauteil und sind technisch notwendig. Sie übertragen Kräfte über das Füllmaterial, verhindern Kantenabplatzungen und gleichen Abmessungstoleranzen aus. stelcon® Betongroßflächenplatten dürfen daher nicht „knirsch“, also ohne jeden Fugenabstand, verlegt werden. Diese technische Notwendigkeit hat gegenüber optischen Anforderungen Priorität – ein gleichmäßiges Fugenbild bleibt dennoch das Ziel der Verlegung.
Die Bettung gleicht Toleranzen der Platten und des Unterbaus aus. Deshalb ist es unter Umständen notwendig, nach einer ersten Grobverlegung die Platten zu regulieren: Höhenlage prüfen und gegebenenfalls korrigieren. Ein höhengleiches Fugenbild ist anzustreben, leichte Versätze lassen sich jedoch nicht vollständig ausschließen. Ebenso muss eine vollflächige Auflagerung jeder Platte sichergestellt werden – überprüfbar zum Beispiel durch Abklopfen der Platte mit einer Brechstange mit Kugelkopf-Ende (mindestens Ø 70 mm).
Abschließend werden die Fugen durch Einfegen von Hartstein-Edelsplitt der passenden Korngröße (oder anderem Fugenfüllmaterial) bis zur Oberkante der Platte geschlossen. Dieser Vorgang ist je nach Bedarf zu wiederholen, da es durch die Inbetriebnahme der Fläche zu einer Nachverdichtung des Fugenmaterials kommen kann, wodurch sich der Füllstand verringert.
Um eine dauerhaft ruhige Lage der Platten zu gewährleisten, wird unter Umständen nach gewisser Zeit eine bauseitige Nachfüllung beziehungsweise Nachverfugung der Fugen erforderlich. Dieser Wartungsschritt sollte fest im Bewirtschaftungskonzept der Fläche eingeplant werden.
Auch der Umgang mit den Platten vor dem endgültigen Einbau ist sicherheitsrelevant:
Hier nochmal zum Nachlesen unsere Stapelanleitung
Zusätzlich gilt: Verwenden Sie Verlegeanschläge (Abstandhalter) und geeignetes Verlegegerät, um Kantenabbrüche zu vermeiden. Die Platten dürfen niemals ungeschützt mit Walzen, Rüttelplatten oder Kettenfahrzeugen befahren werden. Auf ausreichende Tragfähigkeit und Eignung der eingesetzten Anschlagmittel, Krane und Hubstapler ist stets zu achten.
Die Qualität einer Flächenbefestigung mit stelcon® Großflächenplatten entsteht im Zusammenspiel aus sorgfältiger Planung des Unterbaus, präziser Verlegetechnik und konsequenter Nachsorge. Wer Ev2-Anforderungen, Ebenheitstoleranzen, Fugenausbildung und Wartungszyklen von Anfang an mitdenkt, erhält eine Flächenbefestigung, die auch unter hoher Dauerbelastung über Jahrzehnte zuverlässig funktioniert.
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